Endlich ein Schulmädchen

 

Seit Januar dieses Jahres bin ich als Volontärin in Omaruru, einer kleinen Stadt in Namibia tätig. Zusammen mit einer anderen Volontärin arbeite ich vormittags in einem Kindergarten, nachmittags leiten wir eine Studytime und zusätzlich betreuen wir noch ein Patenprogramm mit ca. 50 Patenkindern, die einmal im Monat ein Essenspaket von uns erhalten.

Vor einigen Wochen habe ich selber ein persönliches Patenkind übernommen. Die 13-jährige Maria. Maria hat bis vor kurzer Zeit noch täglich unseren Kindergarten besucht, da sie, sowie ihre zwei kleinen Schwestern (7 und 8 Jahre alt) und ihr Bruder (10 Jahre alt), keinerlei Ausweisdokumente besitzen. Ohne irgendeine Art von Identifikation ist der Besuch der Schule hier eigentlich nicht möglich. Damit sie wenigstens anfängt einige Grundlagen zu lernen, hat sie bei uns im Kindergarten am Vorschulunterricht teilgenommen.

Die Kindergärtnerin und ich waren jedoch der Ansicht, dass es so für die vier Kinder nicht weitergehen kann. Zusammen haben wir es durch Gespräche mit Mitarbeitern des Ministeriums für Bildung und mehreren Schulleitern geschafft, den Kindern vorläufig einen Schulplatz zu beschaffen.

Bis Januar nächsten Jahres dürfen Maria und ihr Bruder die 1. Klasse der Grundschule des Armenviertels in Omaruru besuchen und ihre beiden kleinen Schwestern die Vorschule. Bis dahin müssen wir es jedoch irgendwie schaffen, die vier Kinder registrieren zu lassen. Da die Eltern selber auch keine Ausweisdokumente besitzen, und die Kinder in einem kleinen traditionellen Dorf im Norden Namibias geboren worden sind (und dementsprechend nicht in einem Krankenhaus) könnte dies zur nächsten Herausforderung werden.

Für jetzt ist es jedoch ein großer Erfolg und ein Schritt in die richtige Richtung, dass Maria und ihre Geschwister mit ihrer Schulbildung anfangen können.

Grüße aus Namibia, Nelly Hölter

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